Verband der heimatkundlich-

historischen Vereine Saarlouis e.V.

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Rodena Heimatkundeverein Roden e. V.


Geschichte erleben und verstehen:

Osterferientreff der Kreisstadt Saarlouis

Das Haus Saargau zählt seit seiner Restaurierung vor über 20 Jahren zu einem der geschichtlichen Sehenswürdigkeiten in der näheren Region. Im Rahmen des diesjährigen Saarlouiser Osterferientreff besuchte eine Gruppe Kinder das Lothringer Bauernhaus in Ortsteil Gisingen, um mehr über die Geschichte und das Leben der Menschen des 18. und 19. Jahrhunderts zu erfahren.


Wie spielte sich das Leben einer Bauernfamilie im 18. und 19. Jahrhundert ab, wie wohnten sie, und was bedeutet eigentlich der Begriff "Lothringer Bauernhaus"? Kindgerecht ging Beatrix Leinen auf alle gestellten Fragen der neugierigen Kinder in ihrer Führung, durch das über 250 Jahre alte Haus, ein. In dem restaurierten Bauernhaus befinden sich viele Möbelstücke und Gebrauchsgegenstände, an denen man erahnen kann, wie die Menschen früher lebten. Für alle Teilnehmer erstaunlich waren die sehr kleinen Betten, in denen man heute nicht wie gewohnt schlafen könnte. Ende des 18 Jahrhunderts, so Beatrix Leinen, bevorzugten die Menschen eine halb sitzende Schlafposition. Ein damaliger Aberglaube besagte, dass nur Tote auf dem Rücken liegen. Die Fensterbänke dienten früher als beliebte Sitzgelegenheit und zum Teil auch als Arbeitsplatz, um das einfallende Tageslicht effektiv nutzen zu können. Aus diesem Grund sind die Fenster in den älteren Häusern sehr niedrig angesetzt.


Gebrauchsgegenstände wie ein alter Kochherd mit seiner eiserner Herdplatte, den meist aus Eisen gefertigten Küchengeräten, oder auch die massiv schweren Bügeleisen sind Zeitzeugen der früheren täglichen Hausarbeit. Mit etwas Verwunderung lernten die Kinder den Vorläufer der heutigen Wärmeflasche kennen - ein heißer Ziegel. Dieser wurde im Ofen erhitzt, danach zum Vorwärmen in ein Tuch gelegt und dann genutzt. Zusätzlich erfuhren die Teilnehmer, dass die Lothringer Bauernhäuser den Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem Dach vereinten. Das bedeutet, dass Tier und Mensch unter einem Dach wohnten.


Der hinter dem Haus liegende Garten bot zusätzlich die Möglichkeit für eine nachträgliche Ostersuche. Neben süßen Überraschungen warteten kindgerechte Sachbücher um von den Kleinen gefunden zu werden. Dieser nach altem Vorbild angelegter Bauerngärten gehört zum grenzüberschreitenden touristischen Netzwerk „ Gärten ohne Grenzen“.


Fotos: Sven Mohr